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Malteser Bad Kreuznach

Notunterkunft am Römerkastell: Warum wir keine Fotos von Flüchtlingen zeigen

19.10.2015

Seit knapp einem Monat bietet die Notunterkunft am Römerkastell 200 Menschen ein Dach über dem Kopf. Seit knapp einem Monat berichten die lokalen Medien fast täglich über die Einrichtung. Wir möchten uns ganz herzlich bei ihnen bedanken: für Ihre Unterstützung, das offene und faire Miteinander und vor allem für das große Verständnis dafür, dass wir zum Schutz der Menschen von Fotos absehen und zur Wahrung ihrer Privatsphäre nur Mitarbeitern und Helfern Zutritt gewähren. Und wir bedauern sehr, dass ohne unser Wissen und unsere Zustimmung Ausnahmen von dieser Regel gemacht wurden. Es stößt ebenso auf unser wie auf das Unverständnis der Medien.

In den vergangenen Tagen wurden wir mehrmals darum gebeten, unsere Empfehlungen für Fotos von Flüchtlingen noch einmal zu formulieren. Dem kommen wir gerne hiermit nach! Wir hoffen, dass die folgenden Informationen dazu beitragen, unsere Beweggründe noch einmal zu verdeutlichen und den Journalisten hilfreiche Empfehlungen für ihre journalistische Arbeit zu geben. 

Außerhalb der Notunterkunft: Fotos bitte unkenntlich machen und Namen anonymisieren

Selbstverständlich können die Journalisten und auch die Bürger jederzeit mit den Menschen sprechen. Sie können sie nach ihrer Geschichte befragen und nach ihren Motiven, aus ihrer Heimat zu fliehen und nach Deutschland zu kommen. Die Bewohner können die Unterkunft jederzeit verlassen, und in der Stadt ergeben sich sicherlich zahlreiche Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen.

Wir möchten Sie bitten, auf Fotos die Gesichter der Menschen unkenntlich zu machen (pixeln) und nicht den vollständigen Namen zu nennen (anonymisieren).

Dies hat mit dem Asylantrag zu tun: Es gibt Länder, in denen das Stellen eines Asylantrages in einem anderen Staat mit Gefängnis oder anderweitig bestraft und geahndet wird. Wir möchten dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland sicher einen solchen Antrag stellen können und dass ihnen -  bei Ablehnung des Antrages - nach Rückkehr ins Heimatland keine Verfolgung oder Repressalien drohen.

Das gilt auch, wenn Personen „freiwillig“ vor die Kamera treten wollen und/oder ihren vollständigen Namen nennen. Denn sie sind sich der möglichen Konsequenzen oftmals nicht bewusst oder sie versprechen sich davon einen positiven Ausgang für das eigene Asylverfahren.

In und auf dem Gelände der Notunterkunft: kein Zutritt und keine Fotos der Bewohner

Auch wenn es für uns schwer vorstellbar ist: Die Sporthallen sind das aktuelle Zuhause der Menschen. Was wir für unsere eigenen Wohnungen einfordern, steht ebenfalls den Bewohnern der Notunterkunft zu: ein sicherer und geschützter Ort, an dem sie sich so gut es geht zurückziehen können. Um die Privatsphäre der Menschen zu schützen, haben Besucher deshalb in der Regel keinen Zutritt zur Unterkunft.

Wir wissen um das Interesse an der Notunterkunft Deshalb werden die Medienvertreter in Kürze einladen und ihnen die bewohnten Sporthallen zeigen. So können sich die Journalisten selbst einen Eindruck der Einrichtung verschaffen und die Bürger von Bad Kreuznach daran teilhaben lassen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass bei dem Termin aus den oben genannten Gründen keine Fotos möglich sein werden, die die Bewohner erkennbar zeigen.

Vielen Dank für das Verständnis und die Unterstützung!

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE75370601201201221443  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7