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Malteser Bad Kreuznach

Vom Schnupfen bis zum Herzinfarkt: Medizinische Hilfe in der Flüchtlingsunterkunft

08.10.2015
Dr. Fabian Stieber, Diakoniekrankenhaus (l.), und Dr. Mohammad Faroq Ashrati, Allgemeinmediziner (r.) mit ihren Helferinnen in der Notunterkunft. (Foto: Malteser)

Bad Kreuznach. Die Flüchtlingsnotunterkunft in den Sporthallen am Römerkastell leistet seit drei Wochen ihre Bewährungsprobe. Unter der Regie des Malteser Hilfsdienstes wird trotz provisorischer Umstände für die 202 Menschen mit Hilfe von Ärzten aus Bad Kreuznach und Umgebung eine medizinische Versorgung gewährleistet. Während der Sprechstunden, die mehrmals wöchentlich stattfinden, werden bis zu 40 Patienten untersucht und behandelt.

Dr. Dirk Blaschke von der Plastischen Chirurgie der Kreuznacher Diakonie und engagierter Malteser konnte durch die Hilfsangebote vieler niedergelassener Ärzte und Kollegen aus der Diakonie einen Dienstplan für die nächsten fünf Wochen erstellen. Daran beteiligen sich auch Arzthelferinnen und Krankenschwestern.

Engagement ist für Ärzte Herzensangelegenheit

Mit dabei war schon sein Chef, Dr. André Borsche. „Für meine Kollegen und mich ist dieses Engagement eine Herzensangelegenheit. Manche der Flüchtlinge haben eine fürchterliche Odyssee hinter sich. Wir können ihnen durch unsere unkomplizierte medizinische Hilfe etwas Sicherheit vermitteln“, so Borsche. Etwa 140 Patienten konnten bisher von den gut strukturierten medizinischen Angeboten profitieren, wobei die organisatorische Hauptlast beim Malteser Hilfsdienst liegt, dessen Mitarbeiter sich bis zur Erschöpfung engagieren.

Temperaturen in Deutschland sorgen für Erkältungen

Eine sehr wichtige Funktion in den Sprechstunden übernehmen die Dolmetscher, die einfühlsam die Beschwerden und Leiden der Menschen übersetzen und die Therapieanweisungen der Ärzte erläutern. Einige Flüchtlinge mussten schon in die umliegenden Krankenhäuser eingewiesen werden oder haben eine Facharztkonsultation in einer Praxis erhalten. „Das Gros der Patienten leidet unter Husten, Schnupfen, Heiserkeit“, sagt Borsche, bedingt durch die Strapazen und die Erschöpfung ihrer Flucht und den für sie ungewohnten Temperaturen in Deutschland. Kompliziertere Erkrankungen bedurften speziellen medikamentösen Therapien.

Apotheken und Zahnärzte helfen mit

Besonders großzügig werden die Helfer von einigen Apotheken unterstützt, die eine Reihe von Standardmedikamenten gespendet haben. Außerdem wird eine zahnärztliche Versorgung ehrenamtlich angeboten, die regen Zuspruch findet, da einige Flüchtlinge unter starken Zahnschmerzen leiden.

Weitere Informationen zu unserer Flüchtlingshilfe finden Sie hier.

Weitere Informationen

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE75370601201201221443  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7